Generative Medien als Datenvisualisierungen neu betrachtet: Die Perspektive eines Designers auf KI
Von Linda Kronman
Linda Kronman ist Medienkünstlerin, Forscherin im Bereich digitale Kultur und Grafikdesignerin. Seit 2010 schafft sie als Teil des Kairus-Kollektivs Kunstwerke, in denen sie den Einsatz und Missbrauch von Technologien untersucht. Im Rahmen ihrer forschungsorientierten künstlerischen Praxis hat sie sich mit Themen wie Datenschutz und -sicherheit, KI-Ethik, Aktivismus und Hacking-Kultur, disruptiven Kunstpraktiken, Critical Making, Elektroschrott und der Materialität des Internets auseinandergesetzt.
Sie promovierte an der Universität Bergen (Norwegen), wo sie am vom ERC geförderten Projekt „Machine Vision“ mitarbeitete. Als Doktorandin untersuchte sie, wie Vorurteile im Bereich der maschinellen Bildverarbeitung in der digitalen Kunst konzeptualisiert werden. Durch die Kombination von Methoden der Digital Humanities mit künstlerischen Ansätzen erforscht Linda in ihrer Doktorarbeit, wie Kunst uns helfen kann, anders über KI nachzudenken.
In ihrer Arbeit als Grafikdesignerin untersucht sie zudem sinnvolle und nachhaltige Wege, KI in ihre Designpraxis zu integrieren. Sie ist der Ansicht, dass die vorherrschenden, polarisierenden Narrative – wobei die eine Seite behauptet, „KI werde alles revolutionieren“, und die andere, „KI werde die Zivilisation zerstören“ – Designern digitaler Medien kaum weiterhelfen. Stattdessen schlägt sie vor, KI-generierte Bilder als Infografiken oder Datenvisualisierungen zu behandeln und die KI-Bildgenerierung als Methode zur Visualisierung von Daten zu nutzen.
Dieser Ansatz rückt Daten – die Grundlage der KI – in den Fokus, ebenso wie die menschliche Arbeit und Kreativität, die bei der Arbeit mit KI nach wie vor eine zentrale Rolle spielen.

